Kampfsport ist ein komplexes Thema und es gibt viele unterschiedliche Kampfsportarten. In diesem Artikel soll es um das Brazilian Jiu-Jitsu und um das Grappling gehen.
Grappling wird im Kampfsport als Ausdruck für den Bodenkampf verwendet. Seit 1995 hat sich Grappling als eigener Kampfsport etabliert. In diesem Jahr wurde die NAGA („The North American Grappling Association“) gegründet und 2008 wurde die erste Grappling-WM ausgetragen. Bei dieser Sportart ist das Ziel, den Gegner zur Aufgabe zu zwingen, auch Abklopfen genannt. Man muss den Gegner in eine unvorteilhafte Position bringen und fixieren. Die Techniken die man dabei anwenden darf sind Hebel oder Würgegriffe. Bei einem Kampf muss man den Gegner aus dem Gleichgewicht bringen, um ihn dann auf dem Boden besser kontrollieren und fixieren zu können. Allerdings geht es beim Grappling in erster Linie nicht um Kraft, sondern um Technik und Strategie.
Nun zum Grappling-Training: Bei dieser Sportart wird der gesamte Körper mit einbezogen. Beim Kampf sind die Wechsel zwischen Haltegriffen und den schnell angewandten Techniken sehr anstrengend und erfordern Ausdauer. Daher wird neben der Verbesserung der Technik auch viel Wert auf Ausdauertraining gelegt. Zudem muss der Körper dauerhaft unter Spannung sein, da man dem Gegner ansonsten eine große Schwachstelle bietet. Somit müssen die Muskeln durch Krafttraining gestärkt werden. Da Treten und Schlagen verboten ist hält sich das Verletzungsrisiko bei Grappling in Grenzen. Zur zusätzlichen Absicherung vereinbart man mit dem Trainingspartner ein Abklopfzeichen als Notsignal.
Das Brazilian Jiu-Jitsu ist eine Abwandlung vom traditionellen japanischen Jiu-Jitsu und existiert seit ca. 100 Jahren. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Form von Bodenkampf. Viele Elemente dieses Kampfsports sind sowohl bei MMA-Kämpfern, als auch bei Sicherheitskräften beliebt. Bei diesem Bodenkampf sind Schläge und Tritte ebenfalls nicht erlaubt. Stattdessen wendet man Griffe und Würfe an. Das Brazilian Jiu-Jitsu wird oft mit einem traditionellen Anzug ausgeübt, dem sogenannten Gi. Zusätzlich gibt es Gürtel die die Erfahrung des Kämpfers anzeigen. Dieser Kampfsport beginnt auch im Stehen, wird dann aber meistens auf dem Boden beendet. Die Kämpfe werden nach einem Punktesystem entschieden. Man hat zwei Möglichkeiten den Kampf zu gewinnen. Ein Kampf dauert fünf bis zehn Minuten. Während dieser Zeit erhält jeder Kämpfer Punkte für bestimmte Techniken und Aktionen. Falls ein Kämpfer seinen Gegner zur Aufgabe zwingt, hat er gesiegt. Wenn nach Ablauf der Zeit kein Kämpfer seinen Gegner zur Aufgabe zwingen konnte, gewinnt der Kämpfer mit der höheren Punktzahl. Auch hier sollte das Training eine gesunde Mischung aus Technik-, Audauer- und Kraftrainig sein, da das richtige Zusammenspiel dieser Fähigkeiten einen guten Kämpfer ausmacht.
Zu guter Letzt noch der Unterschied zwischen Gi und No-Gi Grappling bzw. Brazilian Jiu-Jitsu. Wenn mit Gi gekämpft wird, können spezielle Techniken angewandt werden, die nur mit einem Gi möglich sind. Zum Beispiel ein Wurf bei dem man den Gegner am Kragen des Gi hält. Beim No-Gi Kampf werden Shorts und Kompressionshemden getragen. Auch hierbei gibt es Techniken, die ausschließlich mit dieser Kleidung verwendet werden können.
Die beiden Kampfsportarten ähneln sich stark in Bezug auf erlaubte Techniken und den Kampf an sich. Die Ermittlung des Siegers bei Wettkämpfen dagegen unterscheidet sich durch das Punktesystem beim Brazilian Jiu-Jitsu.